Deckeldosen — Kosmetikbox der alten Griechen

Deckeldosen als neuzeitliche Erfindung zu bezeichnen, wäre ziemlich übertrieben. Bereits die alten Griechen kannten sie und nutzten aus Ton gefertigte Deckeldosen, um Kosmetik und Schmuck in ihnen zu verstauen. Rund um die Spreewalddörfer Gröditsch, Krausnik, Leibchel, Leibsch, Pretschen und Schlepzig wurden bei Ausgrabungen ebenfalls Deckeldosen gefunden; ihr Alter wird auf etwa 1500 vor Christus datiert. Und auch in China fanden Archäologen Deckeldosen, etwa im Grab des Han Yin in Baigui; sie stammt aus der nördlichen Qi-Zeit, also aus dem Zeitraum, der von den Jahren 550 und 577 flankiert wird. Menschen verschiedenster Kulturen aus verschiedensten Zeiten stellten Deckedosen her; kein Wunder: Sie sind in ihrer einfachsten Form problemlos herzustellen, schützen das in ihnen Verstaute vor Schmutz oder Staub und können ebenso zur Lagerung von Lebensmitteln wie von Kosmetik, Schmuck, Arzneien, Kräutern oder einer Vielzahl anderer Dinge dienen. Aber der Mensch ist nicht allein Praktiker, er ist auch Ästhet. Und so ließ er es nicht dabei, einfache Deckeldosen ohne Verzierung zu produzieren; er gestaltete sie, formte sie aus edlen Materialien, schmückte, dekorierte sie. Die Deckeldose wurde vor allem deshalb zum Sammlerobjekt, bisweilen zum Kunstwerk.

Deckeldosen — sind manchmal teurer als Kleinwagen

Es gibt mitunter eher unwichtig wirkende Dinge, die sich bei näherer Betrachtung als gar nicht mehr so unwichtig, als durchaus interessant herausstellen. Sie wollen Beweise? Wir möchten sie liefern. Dieser Artikel hier handelt von Deckeldosen, nicht von Stars und Sternchen, von großer Politik oder wirtschaftlichen Großprojekten. Deckeldosen sollen das Thema sein. Kann man mit Deckeldosen einen interessanten Artikel füllen? Man kann!



Eine Deckeldose ist eine Dose mit Deckel. Punkt. AUS! Man könnte es dabei bewenden lassen und sich anderen Dingen zuwenden. Geht man jedoch ins Detail, so sieht man zwar, dass jede Deckeldose tatsächlich eine Dose ist und dass jede Deckeldose einen Deckel hat, dass sich Deckeldosen aber ansonsten zum Teil sehr unterscheiden. „Die Definition Deckeldose = Dose mit Deckel“ lässt da viel Spielraum. Generelles Unterscheidungskriterium ist beispielsweise das Material, aus dem Dose und Deckel gefertigt wurden. Zur Auswahl steht fast alles, was an Materialien existiert: Kunststoffe, Holz, Porzellan, Ton, Glas, Stein… das sind nur einige Beispiele für die Materialvielfalt.

Ebenso unterschiedlich sind heute die Verwendungszwecke von Deckeldosen; sie dienen im Haushalt, in der Medizin, in der Produktion als Verpackung, sind Sammel- und Zierobjekte, weil sie oft nicht allein nützlich, sondern auch schön sind. Es gibt sie mit komplett abnehmbarem Deckel, mit Schwingdeckeln, Deckeln mit Gewinde oder mit einem Deckel, der etwa durch ein Lederband an der Dose befestigt ist. Ein drittes Unterscheidungsmerkmal ist das Alter der Deckeldose; sie werden heute produziert, wurden vor 100 Jahren produziert und auch bereits vor unserer Zeitrechnung. Deckeldosen können Repräsentanten vergangener Stil- und Kunstepochen sein, bisweilen gar Forschungsgegenstand für Archäologen. Viele von ihnen sind schön, viele interessant, weil sie mit Geschichte und Geschichten verbunden sind. Widmen wir uns ihnen!

Deckeldose
Butter-Deckeldose
18. Jhd.
Deckeldose
Jugendstil-Deckeldose
1900
Deckeldose
Deckeldose
Erzgebirge